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Team-Goldmedaille als Höhepunkt

Mit dem «Duell» in Lugano ging die erste Saisonhälfte für die Schaffhauser Kunstturner zu Ende. Cheftrainer Zbynek Zahlava hat Zwischenbilanz gezogen und spricht über weitere Ziele.

Wie bist du mit dem Verlauf 
der Saison bis jetzt zufrieden?
Zbynek Zahlava: Mit der Saison 2017 bin ich sehr zufrieden, vor allem mit dem Schweizermeistertitel! Wir haben aber schon während der Saison gesehen, dass Leon Montanile, Alen Krznaric und Max Glaeser zur Schweizer Spitze gehören. Die Jungs haben wirklich hart gearbeitet und sie haben sich den Titel mit dem Team verdient. Es ist die erste Goldmedaille seit langer Zeit.

Ein Sportler-Sprichwort lautet: Nach dem Wettkampf, ist vor dem Wettkampf. Wie sieht das Aufbautraining für die Herbstsaison aus?
Zahlava: Dieses Sprichwort stimmt zu 100 Prozent. Schon mit dem ersten Training nach dem Wettkampf haben die Vorbereitungen für die nächste 
Saison begonnen. Momentan arbeiten wir an der Grundkondition und erlernen neue Elemente. Dieses Training braucht sehr viel Zeit und wir müssen jeden Tag voll ausnützen. In den 
Sommerferien fahren wir am 30. Juli für eine Woche ins Trainingslager nach Dornbirn. In der letzen Schulferien-
woche trainieren wir wieder im 
Dreispitz. Diese Ferientrainings sind für uns sehr wichtig. Da können die Jungs bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche absolvieren. Alles im Hinblick auf die Kaderqualifikation im 
November.

Kunstturnen ist sehr trainingsintensiv. Wie lässt sich dieser Trainingsaufwand mit der Schule verbinden?
Zahlava: Hier haben wir einen Nachteil gegenüber anderen Zentren wie Zürich, Aargau oder Tessin. Dort gibt es eigene Sportschulen, und die Kinder können so Schule und Training optimal kombinieren. Darum möchte ich mich vor allem bei den Lehrern bedanken, die unsere Turner im Sport unterstützen und ihnen somit ermöglichen, an der Schweizer Spitze dran zu bleiben.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?
Zahlava: Es ist nicht einfach, Nachwuchs zu finden, da es auch immer mehr Sportangebote gibt. Trotzdem 
bin ich der Überzeugung, dass Kunstturnen eine der besten Sportarten überhaupt ist. Die jungen Turner lernen schon früh die wichtigsten Grundbewegungen kennen. Koordination, Orientierung, Kraft, Beweglichkeit, Vertrauen, Disziplin und Durchhaltewille sind weitere Fähigkeiten, die schon früh erlernt werden. Ein guter Einstieg bietet sicher das «Kids Gym», das wir anbieten. Trotzdem versuchen wir derzeit noch enger mit den Vereinen und Kinderturngruppen zusammenzuarbeiten. Und wie jedes Jahr läuft bis zu den Sommerferien ein Schnupperkurs für Knaben mit den Jahrgängen 2010 bis 2012.

Für die jungen Turner geht es im Herbst mit den Testtagen weiter. Dort geht es um die Qualifikation für die Schweizer Kader. Wieso ist diese Qualifikation 
so wichtig?
Zahlava: Die Kaderqualifikation ist wichtig, weil wir dann mehr Unterstützung vom Turnverband (STV) bekommen. Und für die Trainer und die Turner ist es ausserdem eine Bestätigung für die harte Arbeit. Wir haben mit Marco Walter und Taha Serhani momentan zwei Athleten im Nationalkader. Im Herbst könnten sich dann noch etwa drei Jungs fürs Jugendkader qualifizieren. Voraussetzung ist aber ein gutes Abschneiden an den Testtagen. Und das ist nicht so einfach, denn die Konkurrenz ist gross und es gibt nur eine Chance pro Jahr.

Für die älteren Turner sind die Schweizer Meisterschaften der Mannschaften ein Höhepunkt im Herbst. Können die Schaffhauser Bronze da verteidigen?
Zahlava: Wir tun alles dafür, dass es klappt. Es wird ein bisschen schwieriger als im letzten Jahr, weil zwei Mannschaftsteilnehmer im Sommer die Schule abschliessen und einer neuen Ar-beit nachgehen. Dadurch können sie weniger trainieren. Aber wir schaffen das!

Jetzt ein Blick in die Zukunft. Was sind Ihre Ziele für 2018?
Zahlava: Die Ziele sind klar. Zwei Medaillen an den Schweizer Meisterschaften der Junioren. Und natürlich wollen wir an den Schweizer Meisterschaften der Mannschaften, welche in Schaffhausen stattfinden, alles geben und dem Heimpublikum zeigen, dass Schaffhausen zur Schweizer Kunstturnenspitze gehört.