«Ein Eidgenössisches Turnfest hat einen höheren Stellenwert als eine Schweizer Meisterschaft», weiss Martin Fuchs. Dies deshalb, weil dieser Wettkampf nur alle sechs Jahre stattfindet und sich pro Kategorie nur die 24 Besten für das Turnfest qualifizieren. Fuchs selber kennt die Gefühlslage eines Turners, der einen Wettkampf gewinnt, der nur alle paar Jahre stattfindet. 1998 war er es als letzter Schaffhauser, der überraschender Mehrkampfsieger bei den Eidgenösissichen Kunstturnertagen in Frauenfeld wurde, einer Veranstaltung, die nur alle vier Jahre stattfindet. «Was man da geschafft hat, wird einem erst hinterher bewusst. Wenn man auf die Siegerlisten schaut und in einer Reihe mit Donghua Li oder Sepp Zellweger genannt wird», erinnert sich der IT-Spezialist. Fuchs wird wie Kollege Erich Wanner und Roger Wangler von Kutu SH ebenfalls in Biel im Einsatz stehen. Während Wanner und Wangler als Kampfrichter amten, engagiert sich Fuchs im Rechnungsbüro, wo mit der von ihm entwickelten Software gearbeitet wird.

Vom Dreispitz Herblingen sind insgesamt sieben Turner an den Wettkämpfen. Allen voran Marco Walter. Das Nationalkadermitglied aus Löhningen wird in der Königsklasse des Kunstturnens, dem Programm 6, einen Mehrkampf absolvieren, weil es keine speziellen Gerätewettkämpfe gibt. Wegen einer Verletzung passen musste der Begginger Richie Wanner. Im Programm 5 werden Reto Laus (Löhningen) und Fabio Strauss (Siblingen) im Einsatz stehen. In der Kategorie P4 vertreten Pirmin Werner (Henggart) und Eric Schumacher (Rickenbach) den Verein Kutu Schaffhausen, der vervollständigt wird mit Mostafa Shamari (P2) und Tim Richter (P1). Sie alle werden wie schon bei den Nachwuchs-SM in der Breitehalle von Trainerin Beate Gielsdorf betreut. «Ein Spitzenresultat wäre es, wenn der eine oder andere einen Kranz erkämpfen könnte», sagt Martin Fuchs. Nur etwa 30 Prozent der Teilnehmer werden eine solche Auszeichnung erhalten.

 

Steingruber und Capelli
Der sportliche Höhepunkt der elftägigen Veranstaltung in Biel geht am Samstagabend über die Bühne, wenn die Schweizer Turn-Elite in den Mehrkämpfen auf der Esplanade in Biel die beiden Turnfestsieger unter sich ausmacht. Der Star der Veranstaltung ist Giulia Steingruber, die bereits vor sechs Jahren in Frauenfeld am Eidgenössischen teilgenommen hat. Die 19-jährige St. Gallerin ist die frischgebackene Europameisterin am Sprung und gehört auch im Mehrkampf zur europäischen Elite. Herausgefordert wird Steingruber im Kampf um die Nachfolge von Ariella Kaeslin von Ilaria Käslin, Laura Schulte und Jessica Diacci. Sie alle tragen ein Heimspiel aus, trainieren und wohnen die Mitglieder des Nationalteams doch in Biel beziehungsweise in Magglingen. Im Mehrkampf der Männer ist Claudio Capelli der erste Anwärter auf den Titel. Der 26-jährige Seeländer, der leicht angeschlagen ist, strebt in seiner Heimat die Wiederholung seines Triumphs von vor sechs Jahren in Frauenfeld an. Capelli ist der konstanteste Schweizer Mehrkämpfer der letzten Jahre.

Von Daniel F. Koch

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