SMJ TeamDas Kunstturnen in Schaffhausen wird 100 Jahre alt. Nach der offiziellen Jubiläumsfeier folgt am Wochenende der sportliche Höhepunkt dieses Jubiläums: die Schweizer Meisterschaft im Kunstturnen der Junioren.
Die Verantwortlichen des Vereins Kutu SH wollten mit der Übernahme einer Junioren-SM dokumentieren, dass man nicht nur auf eine ungewöhnlich erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann, sondern auch voller Elan die Zukunft des Kunstturnens in Schaffhausen vorantreiben möchte. Ob es mittelfristig wieder dazu kommt, dass man im Nachwuchsbereich zum Mass aller (Turn-)Dinge wird, muss man abwarten. Probiert werden kann es ja. Nur wer sich hohe Ziele setzt, wird im Leben Erfolge einfahren.

Schaffhausen im Aufwind
Die Gelegenheit, sich wieder einmal auf nationaler Ebene zu präsentieren, ist so günstig wie lange nicht mehr. Nach einem sportlichen Durchhänger ist Kutu SH im Aufwind. Bei der Elite schaffte Marco Walter den Sprung ins Nationalkader, die Mannschaft des Turnzentrums Dreispitz ist wieder in die Nationalliga A zurückgekehrt. Ausserdem haben sich einige Nachwuchsturner für weitere nationale Kader qualifiziert. Ausgerechnet bei einer Showvorführung beim Jubiläumsfestakt verletzte sich mit Taha Serhani der Schaffhauser Turner, der in der höchsten Juniorenkategorie, dem Programm 6, zu den Titelanwärtern zählte. So werden in dieser Kategorie alle Augen auf Vorjahressieger Christian Baumann (STV Lenzburg) gerichtet sein, der im Mehrkampf zu den Favoriten zählt.

Keinen Druck ausüben
Auch wenn Serhani ausgefallen ist, können die Einheimischen in den anderen Kategorien insgesamt zehn Turner an die Meisterschaft schicken. Elf wurden intern nominiert, wer nicht eingesetzt wird, entscheidet sich erst kurzfristig. Für viele ist es eine Premiere. Speziell ist zudem, dass man zu den Titelkämpfen in der eigenen Stadt antritt. Das sorgt für zusätzliches Kribbeln im Bauch. Darum versucht auch Erich Wanner, Cheftrainer ad interim bis Juli, wenn der neue Trainer Zbynek Zahlava seinen Dienst antritt, den Druck von seinen Schützlingen zu nehmen. «Wir haben keinerlei Rangierungsvorgaben gemacht. Ich hoffe, dass unsere Turner ihre Leistungen aus den Trainings umsetzen können. Wenn mehr herauskommt, umso besser.» Der langjährige Schaffhauser Spitzenturner, der an zwei Olympischen Spielen für die Schweiz gestartet ist, kann sich noch gut an seine eigene Juniorenzeit erinnern: «Schlechter als auf Platz 5 war ich nie, glaube ich zumindest.» Allerdings war Wanner im Kunstturnen ein Ausnahmetalent. Er und seine Kollegen vom Schaffhauser Turnzentrum wollen ihre Talente behutsam aufbauen. «Mit wenigen Ausnahmen haben wir derzeit keine Medaillenanwärter dabei», sagt Erich Wanner. Sein persönliches Ziel ist es, «dass unsere Turner am Ende einen guten Wettkampf gezeigt haben und zufrieden von den Geräten gehen können». Eines wünscht sich der erfahrene Wettkampfturner trotzdem. Er möchte, dass sich einige von den Schaffhauser SMJ-Vertretern für das Eidgenössische Turnfest in Biel qualifizieren. Das wäre ein Zeichen für die anderen Schweizer Turnzentren: Die Schaffhauser kommen zurück. Erst in der Masse, später in der Klasse.

von Daniel F. Koch

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