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Medaille verpasst, Ligaerhalt geschafft

Die Mannschaft von Kunstturnen Schaffhausen konnte ihr Ziel nicht ganz erreichen und verpasste die angepeilte Bronzemedaille an den Schweizer Meisterschaften der Mannschaften als Vierte.
Zur anvisierten Medaille reichte es der Schaffhauser Delegation an den Schweizer Mannschaftsmeis-terschaften nicht ganz. Den wichtigen Ligaerhalt haben sie aber geschafft. Damit kann Schaffhausen das nächste Jahr vor einheimischem Publikum in der höchsten Liga auftreten.

Für die Munotstädter gingen die beiden Nationalkaderturner Marco Walter und Taha Serhani sowie Richie Wanner, Fabio Strauss, Tim Leitenmair und Viktor Weissenberger an den Start. Für die Kaderturner verlief die letzte Vorbereitungswoche in Magglingen nicht ganz unproblematisch. Eine Magen-Darm-Grippe legte Mitte der Woche einige Kaderturner flach.
In der fast ausverkauften Sporthalle Hirslen in Bülach fanden bei grossartiger Stimmung die Meisterschaften statt. Gleich zu Beginn des Wettkampfes mussten die Turner von Kutu Schaffhausen eine heikle Situation überstehen. Sie starteten an den Ringen mit nur drei Athleten und mussten so ohne Streichresultat auskommen. Mit soliden Übungen von Strauss und Leitenmair sowie einer starken Übung von Walter meisterten sie diese Hürde.
Leitenmair startete den Sprungdurchgang mit einem Kasamatsu gestreckt in den Stand. Serhani zeigte danach den Roche, den er noch nicht so lange in seinem Programm hat. Leider stürzte er in der Landung und vergab eine hohe Punktzahl. Doch Walter machte mit seiner zweieinhalbfachen Schraube den Patzer wieder wett.
Am Barren startete wiederum Leitenmair mit einer soliden Übung. Wanners erster Einsatz glückte ihm nicht wunschgemäss. Er stürze im Diamidov. Serhani holte danach mit einer starken Übung wichtige Punkte. Weissenberger wiederum vergriff sich nach einem schönen Start und musste ebenfalls einen Sturz in Kauf nehmen. Das wirkte sich auf das Zwischenklassement nach der Hälfte des Wettkampfs aus. Die Schaffhauser rutschten auf den fünften Rang ab. Spannend ging es weiter: Walter mit einem kleinen Fehler und Wanner mit einer gelungenen Darbietung starteten in den Reckdurchgang. Serhani packte alle Schwierigkeiten aus. Das Risiko wurde leider nicht belohnt. Er verpasste im Doppelsalto mit ganzer Drehung über die Stange den Griff knapp und stürzte. Wegen des hohen Schwierigkeitswertes floss seine Note trotzdem in die Teamwertung ein. Leitenmair konnte mit seiner sicher durchgeturnten Übung nur wenige Punkte gutmachen. Statt des Medaillenplatzes mussten sich die Turner nun auf den Nichtabstieg konzentrieren.

Walter stark am Boden
Am Boden zeigten die Turner aus Schaffhausen eine Reaktion. Mit der zweitbesten Teamwertung an diesem Gerät konnten sie einen Platz gutmachen. Überragend war die Bodenübung von Walter, der die Höchstnote aller Teilnehmer erhielt. Das Schaffhauser Team musste am Schluss ans Pferd. Leitenmair machte wiederum als Startturner mit einer Übung ohne Fehler einen wichtigen Schritt in Richtung Ligaerhalt. Als Weissenberger danach zweimal vom Gerät musste, wurde es nochmals spannend. Walter zeigte starke Nerven und kam ohne Sturz durch. Serhani, der wegen eines Virus noch nicht bei vollen Kräften war, musste die Übung einmal unterbrechen, erhielt aber dank seiner Schwierigkeiten eine akzeptable Wertung.
In der Endabrechnung verpassten sie zwar die Medaille klar, trotzdem kann man mit dem vierten Rang zufrieden sein. Cheftrainer Zbynek Zahlava: «Wir haben zu viele Fehler gemacht, und die Konkurrenz hat sehr stark geturnt. Trotzdem sind wir zufrieden und können das nächste Jahr an den Heim-Schweizer-Meisterschaften voll angreifen.» Der Sieg ging überlegen an die Mannschaft aus Zürich. Sie gewann mit über sechs Punkten Vorsprung auf Aargau. Die Bronzemedaille ging an die Ostschweizer. Fünfter wurden die Solothurner, die am letzten Gerät noch die Equipe aus Luzern überholen konnten. Die Innerschweizer müssen somit den Gang in die NLB antreten.

 Rangliste